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OBJEKTIVE PROFESSIONELL ANGEWANDT (Fortsetzung)

1. Optomechanischer Aufbau (Fortsetzung)


1.1 Entfernungen
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Bild 1.1: grundsaetzlicher Aufbau (10 kByte)

Bild 1.1 zeigt zwei wichtige Strahlen, die uns die geometrische Konstruktion der Bildweite  b  erlauben: den Hauptstrahl und den Axialstrahl.
Beide sind gezeigt mit Ursprung am obersten Gegenstandspunkt.

Der Hauptstrahl schneidet die Linse in ihrem Mittelpunkt, also im Hauptpunkt  H .
Ziehen wir uns zurueck auf die paraxiale Naeherung (d.h. auf kleine Feldwinkel) und auf duenne Linsen (d.h. Hauptebenenabstand vernachlaessigbar), dann hat die Linse keinen Einfluss auf den Hauptstrahl; er bleibt gerade und ungebrochen.

Der Axialstrahl laeuft im Gegenstandsraum parallel zur optischen Achse. Er wird von der idealen Linse so gebrochen, dass er im Bildraum die optische Achse im Brennpunkt  F'  schneidet.

(Nicht gezeichnete "Brueder" des Hauptstrahls kommen von achsnaeher liegenden Punkten des Gegenstands und gehen durch den Hauptpunkt  H ; keiner von ihnen wird vom Objektiv beeinflusst.   --   Brueder des Axialstrahls kommen von achsnaeheren Gegenstandspunkten und naehern sich dem Objektiv achsparallel; sie alle werden so gebrochen, dass sie sich in  F'  treffen.)

Wenn man die Brennweite  f  und die Gegenstandsweite  g  kennt, kann man jetzt die Bildweite  b  geometrisch konstruieren; man verwendet dazu einen Hauptstrahl und einen Axialstrahl.

Zeichnen und Konstruieren ist nicht die allergenaueste Loesung. Aber man kann leicht die beruehmte "Linsenformel" ableiten:
    1/g + 1/b = 1/f
  ...und sie umformen zu...

            b = 1 / (1/f - 1/g)       (1)

Alle Aufbauten, die Gleichung (1) erfuellen, liefern optimale Bildschaerfe.



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Letzte Aenderung 15.7.2004 22:10