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OBJEKTIVE PROFESSIONELL ANGEWANDT (Fortsetzung)


10. Abschatter und Tuben
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In 9. Buendelgroesse haben wir gelernt, dass wir das genutzte Strahlenbuendel nicht durch irgendwelche Bauteile stoeren duerfen.

Wenn man auch Abschn. 8 ("zulaessige Fehler") bedenkt, versteht man: sogar eine Lampe, die unbeabsichigt auf die Frontlinse leuchtet, wird das Bild mehr oder weniger in Streulicht huellen.
Seit den Anfaengen der Fotografie weiss man, dass Abschatter und Tuben vor Streulicht schuetzen.

Hier biete ich ein paar Hinweise, wie man sowas gestaltet:


A. Farbe
Das Innere muss absorbierend, also schwarz, sein. Gehen Sie sicher, dass Ihre schwarze Farbe nicht glaenzt und dass sie alle Wellenlaengen absorbiert, um die es geht. Beispielsweise absorbieren viele schwarze Eloxalfarben kein Infrarot.

B. Blenden
In den meisten Anwendungen sollen Optik und Mechanik so schlank wie moeglich bleiben. Tuben und Balgen werden also das Abbildungsbuendel (Abschnitt 9) einigermassen eng umschliessen. Und das bewirkt, dass oftmals Licht streifend auf Tubus-Innenflaechen faellt.
Nun wird aber streifend einfallendes Licht sehr wirksam reflektiert, sogar an matten Oberflaechen. Deswegen enthalten gute Tuben eine Reihe von Blenden. Diese Blenden muessen so angeordnet sein, dass Streulicht erst nach mehrfacher Reflexion bei relativ steilen Winkeln das Objektiv erreichen kann, siehe Bild 10.
Dann kann naemlich das Licht bei jeder Reflexion um einen Faktor von, sagen wir,  0,1  abgeschaecht werden. ... Und insgesamt wird eine phantastische Daempfung um den Faktor   0,1^n   erreicht, wenn  n  die Anzahl notwendiger Reflexionen ist.


Bild 10: Tuben gegen Streulicht (20kByte)


C. Position
Stellen Sie sich bitte folgendes Beispiel vor: ein Teleskop in Erdumlaufbahn versucht einen schwachen Stern abzubilden, waehrend die Sonne direkt auf den Hauptspiegel scheint. Dafuer braucht's schon einen wirklich fast-idealen Spiegel. Extrem viel Geld muesste man ausgeben fuer die Spiegelqualitaet und dafuer, sie aufrecht zu erhalten.

Ganz wesentlich billiger  --  und wirksamer  --  ist ein Abschatter.

Abschatter muessen so angeordnet sein, dass sie starke Lichtquellen daran hindern, auf die Abbildungsoptik zu leuchten. Kurz:

Der Abschatter gehoert zwischen Stoerlichtquelle und Abbildungsoptik.
Am besten sollte direktes Lampenlicht gar nicht erst die Innenflaeche eines Tubus' erreichen.



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Letzte Aenderung 15.1.2003 10:44